Der Waffle ist ein elektrischer Relaxsessel mit stufenloser Verstellung, Wippfunktion und Drehmechanik, bezogen mit weichem Chenille-Stoff. Wir haben ihn in der Farbe Matcha rund drei Wochen lang täglich im Wohnzimmer genutzt. Das Ergebnis vorweg: ein außergewöhnlich bequemer Sessel mit sehr guter Materialanmutung, schnellem Aufbau – und einer Detaillösung, die uns nicht gefällt.

Warum überhaupt ein elektrischer Relaxsessel?
Der klassische Fernsehsessel hatte lange ein Imageproblem: klobig, beige, unverkennbar ein Möbelstück für die zweite Lebenshälfte. Das hat sich in den letzten Jahren spürbar geändert. Elektrische Relaxsessel sind heute schlanker geschnitten, farblich zeitgemäßer und technisch deutlich weiter – stufenlose Verstellung statt drei fester Raststufen, leise Motoren statt hörbarem Gerappel, und Stoffe, die man auch neben ein modernes Sofa stellen kann, ohne dass es aussieht wie ein Fremdkörper.
Genau in dieses Feld zielt FlexiSpot mit dem Waffle. Die Marke ist den meisten eher aus dem Bereich höhenverstellbarer Schreibtische und Bürostühle bekannt. Der Einstieg in Wohnmöbel ist vergleichsweise neu – und die Frage, die wir beantworten wollten, lautete: Kann ein Hersteller, der aus der Ergonomie kommt, auch einen Sessel bauen, in dem man abends tatsächlich sitzen bleiben möchte?
Lieferung und Aufbau: 20 Minuten, kein Werkzeug
Der Sessel kam in zwei Kartons. Das ist bei Möbeln dieser Größenordnung angenehm, weil sich die Pakete deutlich besser durch Türen und Treppenhäuser bewegen lassen als ein einzelner Riesenkarton.
Der Aufbau selbst ist unkompliziert: Werkzeug wird nicht benötigt. Die Rückenlehne wird auf das Korpusgestell aufgesteckt, die Seitenteile werden angebracht, Stecker verbinden, fertig. Wir haben für den kompletten Aufbau rund 20 Minuten gebraucht.
Eine Einschränkung gibt es allerdings: Auch wenn es theoretisch alleine geht – zu zweit ist es deutlich sinnvoller. Die Einzelteile sind sperrig und schwer, und beim Aufsetzen der Rückenlehne hilft ein zweites Paar Hände enorm. Wer den Sessel allein aufbauen will, sollte sich auf deutlich mehr als 20 Minuten und einiges an Gefummel einstellen.
Verarbeitung und Materialien
Hier liegt eine der klaren Stärken des Sessels. Der Chenille-Bezug fühlt sich hochwertig an: weich, mit leichtem Flor, angenehm auf der Haut – auch im direkten Hautkontakt an Armen und Nacken, was bei günstigeren Bezugsstoffen oft der Knackpunkt ist.

Die von uns gewählte Farbe Matcha ist ein gedecktes Salbei- bis Olivgrün mit melierter, leicht changierender Struktur. Je nach Lichteinfall wirkt der Stoff heller oder dunkler, was dem Sessel optisch Tiefe gibt und ihn weniger monolithisch aussehen lässt, als ein Sessel dieser Größe es sonst tut. Neben einem dunkelbraunen Sofa und auf Holzdielen macht das eine sehr stimmige Figur.
Namensgebend ist die Waffelstruktur der Rückenlehne: eine gesteppte, in Segmente unterteilte Polsterung, die dem Rücken Struktur gibt und optisch das markanteste Merkmal des Sessels ist. Die Armlehnen sind ausgesprochen voluminös gepolstert – fast schon wulstig – was beim Sitzen sehr angenehm ist, den Sessel aber auch breit macht.
Die Polsterung insgesamt trifft einen guten Mittelweg: weich genug, um sofort nachzugeben, aber fest genug, dass man nicht durchsackt. Nach drei Wochen täglicher Nutzung zeigen sich keine erkennbaren Setzspuren oder Kuhlen.
Bedienung: zwei Tasten, mehr braucht es nicht

Gesteuert wird der Sessel über ein kleines Bedienpanel, das außen an der Armlehne eingelassen ist. Zwei Tasten, keine Fernbedienung, die verloren gehen kann, kein Display, kein Menü. Die Verstellung erfolgt stufenlos – man hält die Taste, der Sessel fährt, man lässt los, er bleibt stehen. Genau da, wo man ihn haben will.
Das klingt banal, ist im Alltag aber der entscheidende Unterschied zu Sesseln mit festen Raststufen. Wer schon einmal in einem Sessel saß, bei dem die eine Position zu steil und die nächste zu flach ist, weiß, was gemeint ist.
Die Motoren arbeiten leise. Man hört sie, aber sie übertönen keine normale Fernsehlautstärke und wecken niemanden im Nebenzimmer.
Dazu kommen zwei mechanische Funktionen, die ohne Strom auskommen: die Drehfunktion, mit der sich der Sessel um die eigene Achse bewegen lässt, und die Wippfunktion. Gerade das Wippen ist ein unterschätztes Feature – es ist die Bewegung, die einen Sessel vom Sitzmöbel zum Entspannungsmöbel macht.
Sitzgefühl und Komfort im Alltag
Das ist der Punkt, an dem der Waffle für uns wirklich überzeugt. Die Kombination aus weichem Chenille, der nachgiebigen aber stützenden Polsterung, den breiten Armlehnen und der stufenlosen Verstellung ergibt ein Sitzgefühl, das man am besten mit „man steht ungern wieder auf“ beschreibt.

In aufrechter Position sitzt man bequem für Gespräche oder zum Lesen. Fährt man die Rückenlehne zurück und die Fußstütze aus, landet man in einer Position, die dem Liegen näher ist als dem Sitzen – flach genug für ein Nickerchen, aber ohne das Gefühl, aus dem Sessel herausrutschen zu wollen.
Zur Körpergröße: Der Autor ist 1,85 m groß, und der Sessel passt dafür gut. Viel größer sollte man allerdings nicht sein – bei deutlich über 1,85 m ragen die Füße in ausgefahrener Position über die Fußstütze hinaus. Dramatisch ist das nicht, weil die Beine trotzdem vollständig aufliegen und lediglich die Füße frei hängen. Wer aber 1,95 m misst und Wert auf eine durchgehende Auflage bis zur Ferse legt, sollte vor dem Kauf Probe sitzen.
Was uns nicht gefällt
Ein Testbericht ohne Kritikpunkte wäre keiner, und der Waffle hat einen, der uns im Alltag tatsächlich stört:
Die Polsterauflagen der Armlehnen sind mit Reißverschlüssen befestigt. Diese Lösung ist aus Fertigungssicht nachvollziehbar – sie macht den werkzeuglosen Aufbau möglich und erlaubt es theoretisch, die Bezüge abzunehmen. In der Praxis ist sie aber mäßig gelöst: Die Reißverschlüsse gehen schwer zu, man muss fummeln und den Stoff dabei nachführen. Und noch unschöner: Sie lösen sich im Betrieb gelegentlich wieder. Das ist kein Defekt und beeinträchtigt weder Stabilität noch Sicherheit, aber es ist eine wiederkehrende kleine Ärgernis-Quelle, bei der eine Klett- oder Steckverbindung deutlich besser gewesen wäre.

Der Stromanschluss schränkt die Aufstellung ein. Der Sessel benötigt eine dauerhafte Stromverbindung. Frei im Raum stehend, weit von jeder Steckdose entfernt, funktioniert er also nicht ohne sichtbares Kabel. Das ist bei elektrischen Relaxsesseln systembedingt und kein spezifischer Kritikpunkt am Waffle – man sollte es bei der Planung des Stellplatzes aber von Anfang an mitdenken. Mit etwas Überlegung lässt sich das in den allermeisten Wohnzimmern sauber lösen.
Der Platzbedarf in Liegeposition ist erheblich. Wie bei allen Relaxsesseln dieser Bauart muss nach hinten und vorne ausreichend Freiraum eingeplant werden. Wer den Sessel eng an die Wand stellen will, sollte vorher messen.
Für wen lohnt sich der Waffle?
Gut geeignet für: Menschen bis etwa 1,85 m, die einen elektrischen Relaxsessel mit stufenloser Verstellung suchen und Wert auf einen weichen, wohnlichen Stoffbezug statt Kunstleder legen. Wer den Sessel als Hauptsitzplatz zum Fernsehen, Lesen oder für das Nachmittagsschläfchen nutzt, bekommt hier sehr viel Komfort.
Weniger geeignet für: Deutlich größere Personen, die eine vollständige Beinauflage bis zur Ferse erwarten. Ebenso für alle, die ein Sitzmöbel suchen, das flexibel und ohne Kabel im Raum umgestellt werden soll.
Fazit
Nach drei Wochen täglicher Nutzung ist unser Urteil klar positiv. Der Aufbau ist schnell und werkzeuglos, die Materialien und die Verarbeitung sind gut, die Bedienung ist so simpel, wie sie sein sollte, und das Design fügt sich angenehm unaufdringlich ins Wohnzimmer ein. Vor allem aber stimmt das, worauf es bei einem Sessel am Ende ankommt: Das Sitzgefühl und die Bequemlichkeit sind wirklich top.
Der Reißverschluss an den Armlehnen-Polstern bleibt der Wermutstropfen – ein Detail, bei dem FlexiSpot mit geringem Aufwand nachbessern könnte. Am Gesamteindruck ändert es wenig: Wer einen bequemen elektrischen Relaxsessel sucht, der nicht nach Pflegeheim aussieht, sollte sich den Waffle ansehen. Alle Details und die aktuellen Farbvarianten gibt es auf der Produktseite des Herstellers.
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Du bist noch unentschlossen und möchtest weitere Modelle vergleichen? In unserem Fernsehsessel-Ratgeber findest du eine Übersicht der verschiedenen Bauarten, eine Kaufberatung zu Maßen und Platzbedarf sowie Antworten auf häufige Fragen – etwa, ob ein Modell mit einem oder zwei Motoren sinnvoller ist.
Wenn dir das Aufstehen aus tiefen Sesseln schwerfällt, lohnt zusätzlich ein Blick auf Sessel mit Aufstehhilfe – eine Funktion, die der Waffle nicht bietet.
Transparenzhinweis: Der getestete Sessel wurde uns von FlexiSpot kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt dieses Testberichts hatte der Hersteller keinen Einfluss; die Bewertung entspricht unserer eigenen Erfahrung. Der Beitrag enthält Links zum Hersteller (Werbung).
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